Haushaltsplanung im Gemeinderat

Ganz im Zeichen des Rotstifts stand die Vorstellung der Einzelhaushalte für die Grund- und die Mittelschule, der Villa Musica sowie der Feuerwehr. Schon zu Beginn beschwor Kämmerer Andreas Rauhmeier die Marktgemeinderäte, in naher Zukunft jegliches Einsparpotenzial zu nutzen.
 
"Die Aufstellung des Haushaltsplans steht in diesem Jahr ganz im Zeichen von Corona, und es ist kein gutes Zeichen“, eröffnete Kämmerer Andreas Rauhmeier die Vorstellung der vier Einzelhaushalte. Die aus der Corona-Krise resultierende Finanzkrise treffe auch die Marktgemeinde.Voraussichtlich fehlen 3,5 Millionen Euro Er rechne nach den bisherigen Prognosen mit Einbußen bei der Gewerbesteuer um bis zu 30 Prozent und bei der Einkommenssteuerbeteiligung um 20 Prozent ab dem zweiten Quartal, sagte Rauhmeier. Oder: „Nach derzeitigem Planungsstand fehlen uns 3,5 Millionen Euro.“ Deshalb richtete er einen Appell an die Gemeinderäte: „Falls Sie in den kommenden Jahren in den Fraktionen Projekte entwickeln, haben Sie bitte immer auf dem Schirm, dass wir schon mit unseren Pflichtaufgaben am Limit sind.“ Für alle Projekte sollten deshalb auch gleich Finanzierungsvorschläge ausgearbeitet werden. „Wir haben keine Reserven.“
 
Bereits im Vorfeld hatten deshalb auch die Verantwortlichen der Grundschule, Schulleiterin Regina Schuller, der Mittelschule, Konrektor Helmut Neugebauer, der Villa Musica, Andreas Csok, sowie der Feuerwehr, Kommandant Andreas Klein, zusammen mit dem Kämmerer den Rotstift gezückt und die Mittelanforderungen überarbeitet.Am Ende kamen Zahlenwerke heraus, mit denen sich die Gemeinderäte anfreunden konnten. Sie nahmen von den jeweiligen Mittelanforderungen Kenntnis und votierten einstimmig dafür, die beantragten Mittel in den Entwurf des Haushaltsplanes 2020 aufzunehmen, soweit der Haushaltsausgleich gewährleistet ist.
(Von Stefanie Platzek)
 

Mittelanforderungen der Grundschule

 

Grundschule: Tablets mit Förderung

 
Altdorf. (sp) „Wir sind uns bewusst, welche finanziellen Herausforderungen mit den Baumaßnahmen an der Grundschule auf die Gemeinde zukommen“, sagte Schulleiterin Renate Schuller. Deshalb habe man darauf geachtet, nur das Notwendigste anzufragen. Insgesamt beträgt der Haushalt für die Grundschule 53 267 Euro. Dabei fließt viel in Ausrüstung für den täglichen Schulbedarf. Ein großer Posten sind 14 Tablets für die Lehrkräfte für insgesamt 14 000 Euro. Diese werden allerdings nach Gemeinderatsbeschluss nur beschafft, wenn sie im Rahmen des „Digitalpakts Schulen 2019-2024“ förderfähig sind.
 

Mittelanforderungen der Mittelschule

 

Mittelschule: Investition in Digitalisierung

 
Altdorf. (sp) 92 982 Euro betragen die Mittelanforderungen der Mittelschule. Den größten Ausgabeposten machen 30 Notebooks aus, erklärt Konrektor Helmut Neugebauer. Das sei der Tatsache geschuldet, dass Informatik im Lehrplan plus von einem Wahlpflichtfach zu einem Pflichtfach hochgestuft wurde. Dies betreffe jetzt vier Jahrgangsstufen. „Das schaffen wir mit unserer derzeitigen Ausstattung nicht mehr“, sagte Neugebauer. 21 000 Euro sind dafür vorgesehen. Aber auch hier gibt es Fördermittel aus dem Digitalpakt. Allerdings schlagen sich dafür die Wartung und die Lizenzen im Haushalt nieder.
 

Mittelanforderungen der Villa Musica

 

Villa Musica: Gema und Notenmaterial

 
Altdorf. (sp) Auch für die Villa Musica hat Andreas Csok im Vorfeld den Haushalt auf Einsparmöglichkeiten durchforstet. Der Haushalt für die Musikschule beläuft sich auf 25 048 Euro. Einen großen Anteil bei den Ausgaben haben die Gema-Gebühren, die sich auf 5 700 Euro belaufen. Für 1 000 Euro sollen Akkustik-Vorhänge angeschafft werden. Es habe schon Beschwerden gegeben: „Sie werden sich wundern, auch eine Querflöte oder eine Geige können durchdringend klingen“, sagte Csok. Rund 1 500 Euro sind für Notenmaterial eingeplant, 5472 Euro für Musikinstrumente der musikalischen Früherziehung.

Mittelanforderungen der Feuerwehren

 

Feuerwehr: Kleidung und Wartungskosten

 
Altdorf. (sp) Auf 170 052 Euro hat die Feuerwehr Altdorf, einschließlich der beiden Wehren Pfettrach und Eugenbach, ihren Haushalt angesetzt. „Sämtliche, nicht dringenden notwendigen Posten haben wir bereits gestrichen“, betonte auch Kommandant Andreas Klein. Knapp 44 000 Euro sind für Schutzkleidung und -ausrüstung eingeplant. Allerdings werden nur solche Kleidungsstücke ersetzt, die im Einsatz zerstört wurden. Rund 41 000 Euro für Fahrzeugunterhalt, Wartung und Reparatur vorgesehen. Klein: „Wir machen viel selber, aber alles können und dürfen wir nicht machen.“
 
Quelle: Landshuter Zeitung vom 03.07.2020